Grundlagen Einführung

Grundlagen der traditionellen chinesischen Wissenschaften

Die traditionellen chinesischen Wissenschaften beruhen auf einer nicht geringen Anzahl theoretischer Grundkonzepte, die in allen chinesischen Wissenschaften auftauchen und daher ihr zentraler Bestandteil sind. Einige der Konzepte sind auch im Westen sehr bekannt, andere wiederum weit gehend unbekannt, weil sie zu speziell sind und ein bestimmtes Maß an Grundwissen voraussetzen, um verstanden zu werden. IATCA® wird die wesentlichen Konzepte vorstellen und kontinuierlich Updates zu Ihnen herausbringen.

Die traditionellen chinesischen Wissenschaften stehen untereinander in einem engen theoretischen Zusammenhang. Ihre theoretischen Grundlagen sind beinahe immer dieselben, es kann jedoch sein, dass das eine oder andere Grundkonzept in einer chinesischen Wissenschaft besonders differenziert ausgearbeitet wurde, weil es gerade darin besonders wichtig war. So verfügt Bazi Suanming beispielsweise über ausgefeilte Persönlichkeitstheorien und eine Begrifflichkeit, die in anderen chinesischen Wissenschaften nicht zu finden sind. Im Feng Shui werden wiederum besonders differenzierte Ausdrücke für die Beschreibung von Umwelt und Umgebung verwendet, die wir in anderen chinesischen Wissenschaften nicht finden. Alle traditionellen Wissenschaftsrichtungen des chinesischen Kulturkreises referieren über ein theoretisches Zentrumskonzept aufeinander. Sie unterscheiden sich jedoch durch ihre unterschiedliche Perspektive auf dasselbe theoretische Gerüst. Mit anderen Worten verhalten sie sich wie ein eigenes Raster zu derselben Objektfläche, das über dieser Objektfläche verschoben werden kann, so dass sich je nach der Position des Rasters immer neue und unterschiedliche Eindrücke und Erkenntnisse ergeben können.

Die theoretischen Grundkonzepte der chinesischen Wissenschaften heißen:

1. die Theorie des Qi ? (qi), als absoluter Mittelpunkt aller chinesischen Wissenschaften

2. die Theorie von „Yin und Yang und den 5 Wandlungsphasen“ ???? (yinyang wuxing) und die damit verbundenen Zuordnungen

3. der 60stellige Zyklus der „10 Himmelsstämme und 12 Erdzweige“ ????(tiangan dizhi) als abstraktes und numerisches Grundgerüst für die Beschreibung zeitlicher und klimatischer Aspekte

4. die „24 Klimaperioden des Qi“ ???? (ershisi qi)

5. die „12 Qi-Phasen“ ??? (shi´er yun)

6. das Konzeptrepositorium der „8 Trigramme und 64 Hexagramm des Yijing“ ???????? (yijing bagua liushisi zhao) für die Strukturbeschreibung von Veränderungen.

Es gibt aber noch andere weniger bekannte theoretische Grundkonzepte, wie die Nayin-Theorie 納音 (nayin) und die Najia-Theorie 納甲 (najia), die aber nur in der übergreifenden Fachdiskussion in chinesischen Werken auftreten und ein theoretisches Adaptionsinstrumente zwischen verschiedenen Techniken darstellen.

Diese kybernetische Verknüpfung der chinesischen Wissenschaften lässt sich so darstellen:

Im Laufe der Jahrhunderte verbanden sich die unterschiedlichen theoretischen Grundkonzepte der traditionellen chinesischen Wissenschaften und entwickelten sich zu immer komplizierter werdenden Systemen die auch unterschiedliche Weltanschaungen miteinander verbanden.

Diese kybernetische Verknüpfung aller traditionellen chinesischen Wissensgebiete ist ein Merkmal chinesischer Wissenschaften an sich und betrifft sowohl die TCM, die Techniken des „Leben-Nährens“ 養生 (yangsheng, heute auch bekannt unter vielerlei Formen des Qigong 氣功), das Taiji Quan太極拳, das Fengshui 風水oder die chinesische Alchimie. Das Bazi Suanming ist daher genauso ein Aspekt der chinesischen Kerntheorien. Über diese Brücke der Zentrumstheorie aller traditionellen chinesischen Wissenschaften ist es innerhalb des chinesischen Denkens möglich mittels der „Berechnung des Lebensverlaufes nach den 8 Zeichen“ zu einer psychologischen und physiologischen Prognose eines Lebensverlaufes zu kommen.